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Arten der Bilanzanalyse

  • Dienstag, 05 Oktober 2010 00:00
  • geschrieben von  Junghans, Wolfgang

Mit Hilfe der Bilanzanalyse sollen Unternehmensbilanzen kritisch beurteilt und ausgewertet werden. Ziel ist es, Aussagen über das der Bilanz zugrunde liegende Unternehmens zu treffen, die den Erfolg, die Liquidität und das Erfolgspotential des Unternehmens betreffen.[1]

Hierzu kann die Bilanzanalyse unter Nutzung verschiedener Kriterien eingeteilt werden, die in diesem Artikel kurz vorgestellt werden. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der materiellen Bilanzanalyse.

 

Das erste Kriterium zur Einteilung der Bilanzanalyse sind die Adressaten. So werden hier die interne Bilanzanalyse und die externe Bilanzanalyse unterschieden. Bei der ersten Form erfolgt die Analyse durch internen Adressaten der Bilanz z.B. dem Management einer Firma. Ihr Ergebnis ist in der Regel genauer und aussagekräftiger als das der externen Bilanzanalyse, da hier zur GuV, dem Anhang und dem Lagebricht auch Daten aus der Kostenrechnung hinzugezogen werden können. Bei der externen Bilanzanalyse erfolgt die Analyse durch externe Adressaten. Anders als bei der internen Bilanzanalyse besitzen die externen Adressaten nur die Information, die das Unternehmen im Jahresabschluss zur Verfügung stellt. Hierdurch wird die Aussagekraft der Analyse gemindert, da z.B. stille Reserven nur schwer berücksichtigt werden können.[2]

Des Weiteren lässt sich die Bilanzanalyse nach ihrem Untersuchungsgegenstand einteilen. Hier erfolgt die Einteilung in die formale und materielle Bilanzanalyse. Bei der ersten Art wird die äußere Form der Bilanz untersucht, welches zu meist durch Wirtschaftsprüfer geschieht.  Die zweite Form beschäftigt sich mit der inhaltlichen Analyse der Bilanz.[3]

 

Bei der materiellen Bilanzanalyse werden drei Gebiete untersucht der Erfolg, die Liquidität und das Erfolgspotential eines Unternehmens. Bei der Untersuchung des Erfolges eines Unternehmens soll zum einen die Qualität des erwirtschafteten Erfolges beurteilt werden und zum anderen Erkenntnisse gewonnen werden, ob auch in Zukunft Erfolge erwirtschaftet werden können. Diese Analyse findet im Rahmen der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse statt. Bei der Analyse der Liquidität und der Kapitalstruktur steht die Frage im Vordergrund, ob ein Unternehmen auch in Zukunft seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann und die Verwendung von Mittel in einem angemessenen Verhältnis zu deren Finanzierung steht. Diese geschieht im Rahmen der finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse. Mit Hilfe der Bilanzanalyse im weiteren Sinne sollen Erkenntnisse über das Erfolgspotential eines Unternehmens ermittelt werden.[4]

Die Analyse in diesen drei Formen der Bilanzanalyse kann mit Hilfe von traditionellen Verfahren geschehen bei denen primär Kennzahlen und Kennzahlensysteme verwendet werden oder mit Hilfe modernerer Verfahren, die auf mathematisch statistische Verfahren basieren.[5]

Bei der Verwendung der klassischen Verfahren werden Kennzahlen genutzt, die verdichtete Maßgrößen darstellen, die als absolute oder relative Größen verwendet werden können und immer quantitativer Natur sind. Sie können im Rahmen der Analyse einzeln oder im Rahmen eines Kennzahlensystems verwendet werden. Die Auswertung dieser Kennzahlen oder  -systeme erfolgt u.a. mit den folgenden drei Möglichkeiten[6].[7]

(1) Ist-Soll Vergleich: Hier werden Sollwerte z.B. Plandaten mit den tatsächlich realisierten Werten verglichen.

(2) Zwischenbetrieblicher Vergleich: Hier werden die realisierten Daten zwischen verschiedenen Unternehmen z.B. der gleichen Branche verglichen.

(3) Zeitvergleich: Hier erfolgt der Vergleich der ermittelten Kennzahlen mit denen von vorherigen Perioden.

 


[1] Vgl. Benzel/Wolz (2000), S. 129-130.

[2] Vgl. Benzel/Wolz (2000), S. 129-130 .

[3] Vgl. Ditges/Arendt (2002), S. 350-351.

[4] Vgl. Coenenberg (2005), S. 949-951 und Küting/Weber (2001), S. 13-14, 17-19.

[5] Vgl. Küting/Weber (2001), S. 13-14, 17-19.

[6] Vgl. Küting/Weber (2001), S. 13-14, 17-19.

[7] Vgl. Küting/Weber (2001), S. 13-14, 17-19.


 

Quellen

Benzel, W./Wolz, E. (2000), Jahresabschluss und Bilanzen verstehen, 3. Ausg., Metropolitan Verlag: Düsseldorf, Berlin.

Coenenberg, A. G. (2005), Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 20. Ausg., Schäffer-Poeschel-Verlag: Stuttgart.

Ditges, J./Arendt, U. (2002), Bilanzen, 10. Ausg., Friedrich Kiehl Verlag, Ludwigshafen: Rhein.

Küting, K./Weber, C.-P. (2001), Die Bilanzanalyse, 6. Ausg., Schäfer Poeschel Verlag: Stuttgart.

 


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Stichworte: Accounting, Bilanz, Bilanzanalyse, Arten & Formen

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