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Public Viewing und Lärmschutz Peter Kaminski, Magdeburg

Public Viewing und Lärmschutz

 

Für die EM  gibt es für die öffentliche Übertragung von Fußballspielen eine Sonderregelung, damit Gastwirte auch nach 22.00 Uhr aufgrund des Lärmschutzes nicht zur Verantwortung gezogen werden können, wenn die Lärmbelästigung über 55 Dezibel liegt.

In der Vergangenheit gab es diese Ausnahmeregelungen schon für große Fußballturniere. Aber es gilt

nach wie vor: Public Viewing muss beantragt werden!

 

Wenn Fußballspiele auf Großleinwänden übertragen oder im Biergarten mehrere Fernseher aufgestellt werden, muss bei der örtlichen Kommune (Ordnungsamt) eine Genehmigung eingeholt werden.

Durch die Stimmung und den Jubel, aber auch bei der Anreise und der Abreise der Fans entsteht Lärm. Da die Spiele bei der EM teilweise erst um 21.00 Uhr beginnen und mit einer eventuellen Verlängerung und Elfmeterschießen bis nach Mitternacht dauern können ist die Nachtruhe für Menschen, die morgens sehr früh aufstehen müssen, erheblich beeinträchtigt.

Deshalb müssen die örtlichen Behörden genau abwägen, ob das Interesse an einer Sportveranstaltung oder der Schutz der Nachtruhe überwiegt.

 

Aber wann benötigen Gastronomen eine solche Lizenz?

Jede Übertragung eines EM-Spiels außerhalb der eigenen vier Wände ist Public Viewing, allerdings gibt es eine Unterscheidung in „kleine Veranstaltungen“  (keine Lizenz erforderlich) und „kommerzielle und nicht-kommerzielle öffentliche Veranstaltungen“ (Lizenz erforderlich).

 

Für die „kleine Veranstaltung“ gilt:

nicht mehr als 300 Menschen, kein Sponsoring und kein Eintrittsgeld.

Es dürfen keine offiziellen Logos oder Marken der UEFA verwendet werden, es darf sich nicht um eine ausgewiesene offizielle Veranstaltung der UEFA für die Europameisterschaft 2016 handeln. Zudem darf das TV-Signal nicht modifiziert werden, die örtlichen Genehmigungen müssen vorhanden sein und die allgemeinen Bedingungen der UEFA für Public Viewing-Veranstaltungen müssen eingehalten werden.

 

Für eine „kommerzielle Veranstaltung“ gilt:

es muss eine kostenpflichtige Lizenz der UEFA vorliegen! (Die Lizenzgebühren werden nach der Zuschauerkapazität (5 Kategorien) bemessen, z. B. bis 1000 Zuschauer 500 €, ab 10.000 Zuschauer 8.000 €).

Als kommerzielle Veranstaltung wird gewertet, wenn durch Verkauf von Speisen und Getränken Einnahmen erzielt werden, oder anderen Parteien kostenlose oder kostenpflichtige Werbemöglichkeiten geboten oder Eintrittsgelder genommen werden.

Die Bedingungen der UEFA zur Hinzuziehung von Sponsoren und für Werbung müssen beachtet werden!

 

Für eine „nicht kommerzielle Veranstaltung“ gilt:

es muss eine kostenfreie Lizenz der UEFA vorliegen!

 

Basis dieser Lizenzverträge ist das Schweizer Recht.

Außerdem fallen Rundfunk- und GEMA-Gebühren an.

 

 

Diese vorübergehende Verordnung gilt nur für die EM 2016, für eine zukünftige Welt- oder Europameisterschaft müssen wieder neue Regelungen geschaffen werden.

 

Wenn die Fans aber im eigenen Garten feiern, muss diese Party aber nicht angemeldet werden. Allerdings muss dann auch die Nachtruhe nach 22.00 Uhr gewährleistet werden, damit die Nachbarn nicht gestört werden.

 

 

Quelle: Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien über die Fußball-EM 2016

 

  • Letzte Änderung am Montag, 20 Juni 2016 09:45