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Die Abfindung

 

Bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber kann der Arbeitnehmer eine Abfindung erhalten. Dieses Geld wird nicht für eine Arbeitsleistung gezahlt, sondern ist eine Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes.

 

Bitte beachten Sie, dass es im Allgemeinen keinen grundsätzlichen rechtlichen Anspruch auf eine Abfindung gibt.

 

Anspruchsbegründete Abfindungsregelungen gibt es z. B. in Sozialplänen, Tarifverträgen, Arbeitsverträgen und bei einer Kündigung mit dem Hinweis auf §1 KSCHG.

 

(Das KSchG gilt jedoch nur für Arbeitnehmer, die unterbrechungslos länger als sechs Monate in einem Unternehmen mit mehr als zehn vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern gearbeitet haben. Es gibt aber Ausnahmen.)

 

Im §1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) ist folgendes geregelt:

 

 

- Der Arbeitnehmer kann zwischen einer Kündigungsschutzklage und einer Abfindung wählen, wenn der Arbeitgeber betriebsbedingt kündigt.

 

- Die Höhe der Abfindung beträgt 0,5 Monatsverdienste für jedes Beschäftigungsjahr (Bruchteile von Jahren von mehr als 6 Monaten werden als volles Jahr gezählt).

 

Voraussetzung ist allerdings, dass im Kündigungsschreiben betriebsbedingte Gründe für die Kündigung angegeben sind und der Arbeitnehmer darauf hingewiesen wurde, dass er eine Abfindung beanspruchen kann, wenn er keine Kündigungsschutzklage erhebt. Anspruch besteht nur, wenn der AN keine Kündigungsschutzklage einreicht.

Allerdings machen Arbeitgeber von dieser Möglichkeit selten Gebrauch, sondern machen meist gleich ein Abfindungsangebot.

Bei den Verhandlungen über die Höhe der Abfindung muss vieles bedacht werden (Sperrzeit, Konsequenzen auf eventuelles Arbeitslosengeld, Urlaubsregelung, Freistellung, Zeugnis usw.)

 

Einen Anspruch auf eine Abfindung hat der AN, wenn

 

- er innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung durch den AG Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erhoben hat und

- das Gericht entschieden hat, dass die Kündigung sozial ungerechtfertigt und damit rechtlich unwirksam ist.

- das Arbeitsverhältnis auf Antrag des AN oder AG durch Urteil aufgelöst wird, weil die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht zumutbar bzw. eine den Betriebszwecken dienliche weitere Zusammenarbeit nicht zu erwarten ist.

 

Über die Höhe der Abfindung gibt es weitere Regelungen:

 

- die Höhe der Abfindung kann bis zu 12 Monatsgehältern betragen

 

Ausnahmen:

- der AN ist 50 Jahre oder älter und war mindestens 15 Jahre in dem Betrieb beschäftigt- dann kann die Abfindung bis zu 15 Monatsgehältern betragen.

- der AN ist 55 Jahre oderälter und sein Arbeitsverhältnis bestand mindestens 20 Jahre – dann kann die Abfindung bis zu 18 Monatsverdienste betragen.

 

Allerdings besteht kein Anspruch auf die erhöhte Abfindung, wenn der AN zum Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses ein Alter erreicht hat, ab dem er Regelaltersrente beziehen kann.

 

 

Quelle: Kündigungsschutzgesetz, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Arbeitsrecht, Stand Jan. 2012

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  • Letzte Änderung am Freitag, 29 Januar 2016 10:26

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