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Intrinsische Motivation (II): Bedürfnis nach Kompetenz und Selbstbestimmung Peter Kaminski Rathaus Magdeburg

Intrinsische Motivation (II): Bedürfnis nach Kompetenz und Selbstbestimmung

  • Mittwoch, 29 September 2010 00:00
  • geschrieben von  Junghans, Wolfgang

Intrinsische Motivation entsteht bei der Durchführung einer Aktivität dadurch, dass bei der Tätigkeit bestimmte Bedürfnisse eines Individuums erfüllt werden. Diese Bedürfnisbefriedigung stellt für das handelne Individuum den Anreiz dar die Tätigkeit auszuführen. Doch um welche Bedürfnisse handelt es sich hierbei? Einige, in diesem Zusammenhang, diskutierten Ansichten sollen in den folgenden Artikeln dargestellt werden.

In diesem Artikel wird mit dem Bedürfnis nach Kompetenz und Selbstbestimmung[1] begonnen.

Individuen haben, gemäß diesem Ansatz, das Bedürfnis sich in ihrer Umwelt effektiv zu verhalten und ein hohes Maß an Kompetenz zu erreichen. Dies bedeutet für ein Individuum, dass es sowohl ein Bedürfnis hat in seiner Umwelt die richtigen Dinge zu tun als auch seine eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erweitern und zu verbessern. Hierbei stehen das Kompetenzstreben und die intrinsischen Motivation in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. So führt das Bestreben nach höherer Kompetenz zu einem Handlungsantrieb, der dann durch das gute Gefühl sich verbessert zu haben, wiederrum das Bestreben eine noch höhere Kompetenz zu erhalten, motiviert. Die bisher dargestellten Bedürfnisse bedeutet z.B. für einen Unternehmer, dass er bestrebt immer die Dinge zu tun, die gegeben einer bestimmten Situation die richtigen sind. Zudem hat er ein Bedürfnis die Ausübung seiner Unternehmerstätigkeit zu verbessern z.B. ein besseres Kundenverständnis aufzubauen, da dies z.B. zu glücklicheren und zufriedeneren Kunden führen kann.[2]

Die Erfüllung des Bedürfnisse nach Kompetenzerlangung sind für die dauerhafte Durchführung von Aufgaben notwendig, da in der Regel das Interesse eines Individuums an einer Aktivität sinkt, wenn es nicht ein bestimmtes Maß an Befähigung durch diese erhält. Hierdurch liegt die Herausforderung bei der Durchführung einer Tätigkeit darin ein höheres Maß an Befähigung zu erreichen. Hier spielt die wechselseitige Abhängigkeit zwischen diesem Bedürfnis und der intrinsischen Motivation eine wichtige Rolle, da hierdurch die Durchführung der Verhaltensweise durch die Erlangung einer noch höherer Kompetenz angetrieben wird. Diese Art der intrinsischen Motivation wird auch Befähigungsmotivation genannt, die das Ziel hat die eigene Umgebung beherrschen zu können, welches durch die Erlangung höherer Kompetenz erreicht wird. Dieses wird am Beispiel eines Fotographen deutlich. Will er gute Bilder machen, muss er u.a. seine Kamera beherrschen, den richtigen Blickwinkel finden und die Lichtverhältnisse beachten. Solange er dieses nicht kann ist er auf günstige Umweltbedingungen angewiesen, wenn er gute Bilder machen will. In anderen Worten er benötigt Glück. Er wird so zusagen von der Umwelt weitest gehend beherrscht. Geht er nun davon aus, dass er in der Lage ist durch fotografieren diese Faktoren zu beherrschen also somit seine Kompetenz erhöhen kann wird er weiter fotografieren. Durch das Üben wird er dann besser, was den Drang nach Kompetenzerlangung weiter verstärkt. Mit der höheren Kompetenz z.B. der Beherrschung der Kamera steigt seine Möglichkeit die Umwelt zu beherrschen, da er jetzt z.B. auf ungünstige Lichtverhältnisse reagieren kann.[3]

Das Beispiel macht einen weiteren Aspekt der intrinsischen Motivation deutlich, dass durch die Steigerung der Kompetenz die Autonomie des Individuums zunimmt. Diese Steigerung der eigenen Selbstbestimmung stellt neben der Erlangung einer hohen Kompetenz und dem effektiven Handeln in der eigenen Umwelt einem weiteren wichtigen Faktor dar, der die intrinsische Motivation beeinflusst. Somit strebt ein Individuum danach seine Umwelt kontrollieren zu können, indem es versucht den Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen seinem Verhalten und der daraus resultierenden Wirkung zu verstehen. Hierdurch wird die Motivation zur Durchführung einer Handlung gefördert, wenn ein Individuum den Zusammenhang zwischen seinem Handeln und seinem Resultat versteht. Hierdurch steigt das gefühlte Maß an Kontrolle. Für den Fotographen bedeutet dies u,a., dass seine Motivation zum Fotografieren steigt, wenn es erkennt, wie sein Handeln die Qualität seiner Bilder beeinflusst. Das Kontrollgefühl nimmt desweitern zu, wenn die Handlung zu einem kraftvollen Ergebnis führt d.h. die Handlung muss ein für die Person wichtiges Ergebnis mit sich bringt. Weiterhin steigt das Kontrollgefühl, wenn die Tätigkeit freiwillig ausgeführt wird.[4]

Bei den oben gezeigten Motiven ist für die intrinsische Motivation, neben der Möglichkeit eine höhere Kompetenz zu erhalten, eine weitere Bedingung notwendig. Diese tritt in der Gestalt auf, dass das Anforderungsniveau der Tätigkeit durch das Individuum weder zu niedrig (Unterforderung) noch zu hoch (Überforderung) angesehen werden darf. Somit muss das Anforderungsniveau dazwischen liegen d.h. die Tätigkeit muss als machbar und als gewisse Herausforderung empfunden werden. Hierbei zeigt sich, dass ein positives Feedback, insbesondere bei selbstbestimmten Handlungen, die intrinsische Motivation fördert.[5]

Die bisher beschriebenen Bedürfnisse nach Kompetenz, effektivem Handeln in der Umwelt und der Selbstbestimmung führen dazu, dass Individuen nach Situationen sterben, die eine angemessene Herausforderung für das handelnde Individuum darstellt. Ist es unterfordert so wird es sich Herausforderungen suchen, die seinen Fähigkeiten entsprechen. Im Umgekehrten Fall der Überforderung würden nach Herausforderungen gesucht, die niedriger sind also denen das Individuum gewachsen ist.[6]

Die dargestellten Bedürfnisse motivieren somit Handlungen intrinsisch die zu einem optimalen Herausforderungsniveau führen oder ein Herausforderungsniveau aufweisen dem das Individuum gewachsen ist. Sie zeigen weiterhin, dass ein Individuum bestrebt ist seine Kompetenz zu verbessern, sich in seiner Umwelt effektiv zu verhalten und eigenständig handeln will. Wird dieses durch eine Tätigkeit erfüllt so entsteht eine intrinsische Motivation beim Individuum.[7]


[1] Vgl. Michelis (2009), S. 77.

[2] Vgl. Michelis (2009), S. 77.

[3] Vgl. Michelis (2009), S. 77-78.

[4] Vgl. Michelis (2009), S. 78-79.

[5] Vgl. Michelis (2009), S. 78.

[6] Vgl. Michelis (2009), S. 79.

[7] Vgl. Michelis (2009), S. 80.

 


Quellen

Michelis, D. (2009), Interaktive Großbildschirme im öffentlichen Raum - Nutzungsmotive und Gestaltungsregeln, 1. Ausg., Gabler Verlag: Wiesbaden.


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Stichworte: Human Resource Management, Motivation, intrinsiche Motivation, Selbstbestimmung & Kompetenz

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