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Geldwerter Vorteil Peter Kaminski

Geldwerter Vorteil

 

Sachbezüge sind Dienst- oder Sachleistungen, die man von seinem Chef kostengünstig oder sogar kostenlos zusätzlich zum Gehalt erhält. Diese geldwerten Vorteile müssen versteuert werden, meist direkt über die Lohnabrechnung.

Ein Beispiel das jeder kennt, ist der Firmenwagen (1%-Regelung beachten), der auch privat genutzt werden darf. Es gibt aber weitere Vorteile die genutzt werden können:

 

 

Laptop oder Smartphone: Handelt es sich um eine Leihgabe, fällt keine Pauschalsteuer an. Bitte aber nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Chefs privat nutzen. Auch eine Installation von z. B. WhatsApp muss der Chef ausdrücklich erlauben. Eine stillschweigende Duldung reicht nicht aus.

 

Werkzeuggeld: wenn der Arbeitnehmer eigene Werkzeuge benutzt, kann das Unternehmen dafür eine Entschädigung zahlen, das gilt aber nur für Werkzeuge (Hammer, Bohrer usw.) ein Laptop fällt nicht unter diese Regelung.

 

Arbeitgeberdarlehn: bis 2.600 € steuerfrei wenn es zinslos oder zu günstigen Zinsen gewährt wird. Gewährt der Chef ein Darlehn zu marktüblichen Zinsen, dann spielt die Höhe des Darlehns keine Rolle.

 

Bonusmeilen: können steuerfrei auch privat genutzt werden, wenn Sie den Wert von 1.080 Euro/Jahr nicht übersteigen

 

Essen und Getränke:  wenn kostenlos Wasser, Kaffee oder Obst zur Verfügung gestellt werden, dann ist das kein geldwerter Vorteil, allerdings darf keine komplette Mahlzeit angeboten werden. Es wird schon kritisch, wenn zu den Getränken trockene Brötchen angeboten werden. Hier ist eine Revision  unter dem Aktenzeichen VI R 36/17 beim Bundesfinanzhof anhängig.

 

Fortbildung: eine vom Unternehmen gezahlte Fortbildung ist steuerfrei, wenn sie im Zusammenhang mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes stehen.

 

Führerschein: wenn für das Unternehmen ein „eigenbetriebliches Interesse“ vorliegt, kann dieser geldwerte Vorteil steuerfrei sein. Z. B. LKW-Führerschein bei einer Spedition, oder für Feuerwehrleute.

 

Geschenke vom Arbeitgeber:  zum Geburtstag oder Dienstjubiläum sind  Geschenke im Wert von maximal 60 Euro/Jahr steuerfrei. Dies gilt aber nur für Geschenke wie Blumen oder Bücher.

 

Gesundheitsförderung: Kosten für Massagen oder Physiotherapie sind bis zu 500 Euro/Jahr steuerfrei, aber nur, wenn die Maßnahme im Zusammenhang mit einer beruflichen Belastung steht.

 

Kinderbetreuung:  Kosten für eine Betreuung von Kindern können steuerfrei sein. Aber es müssen Voraussetzungen erfüllt sein. Z. B. das Kind geht noch nicht zur Schule, der Zuschuss muss zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden, Doppelverdiener können nur einmal den Zuschuss bekommen.

Auch eine kurzfristige Betreuung (Krankheit des Kindes) kann unterstützt werden. Auch hier gilt eine Höchstgrenze.

 

Parkplatz: nur während der Arbeitszeit eine steuerfreie Leistung!

 

Personalrabatt: Ware bis 1.080 €/Jahr kann verbilligt oder kostenlos überlassen werden.

 

Sachbezüge bis 44 Euro/Monat: Hier können z. B. eine Monatskarte für den Nahverkehr oder Tankgutscheine bezuschusst werden, ohne dass Steuern anfallen. Die Gutscheine dürfen nicht gegen Bargeld eingetauscht werden. Die 44 Euro im Monat dürfen nicht überschritten werden. Versand- und Handlungskosten müssen mit einberechnet werden.

 

Umzugskosten: die Kosten für den Umzug können vom Arbeitgeber übernommen werden, wenn sie beruflich veranlasst sind.

 

Beteiligungen: ist der Arbeitnehmer am Vermögen des Unternehmens beteiligt (z. B. Aktien), darf die Beteiligung nicht mehr als 360 €/Jahr betragen und muss allen Mitarbeitern offen stehen.

 

 Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es gibt noch viele andere Leistungen.

 Bitte lassen Sie sich auf jeden Fall beraten, besonders wenn Sie mehrere Möglichkeiten nutzen wollen. Bitte prüfen Sie auch, ob der geldwerte Vorteil wirklich mehr Nutzen als eine Gehaltserhöhung bringt.

 

 Quelle: EStG

  • Letzte Änderung am Freitag, 05 Januar 2018 14:50