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Peter Kaminski Peter Kaminski

Keine Pflicht elektronische Kassen einzusetzen

 

 

 

Wenn Unternehmen eine Handkasse führen, sind sie nicht verpflichtet eine elektronische Registrierkasse einzusetzen. Rechtlich ist es sogar möglich eine vorhandene Kasse, die nicht mehr nachgerüstet werden kann, zu entsorgen und auf eine Barkasse umzustellen und den Kunden handgeschriebene Quittungen auszuhändigen.

 

Die Anforderungen im Überblick

 

Täglicher Kassenbericht, damit die Tageseinnahmen rechnerisch ermittelt werden können!

Folgendes sollte dokumentiert werden:

 

  • täglicher Kassenanfangsbestand und Kassenendbestand
  • korrekte Auflistung der Bareinlagen und Barentnahmen
  • Buchung der Ausgaben nach Belegen

 

Das Führen eines Kassenbuchs reicht nicht aus!


Bitte beachten Sie:

  • die Aufzeichnungen müssen vollständig sein, die lückenlose Erfassung muss nachvollziehbar und glaubhaft sein
  • keine Buchung ohne Beleg (bei Barentnahmen bzw. -einlagen einen Eigenbeleg erstellen)
  • Belege fortlaufend nummerieren
  • der Kassenbestand muss jederzeit zu ermitteln sein
  • keine negativen Kassenbestände
  • Überschreibungen, Streichungen und Änderungen möglichst vermeiden bzw. so ausbessern, dass auch der alte Geschäftsvorfall noch lesbar ist
  • Belege chronologisch geordnet erfassen
  • eventuellen Diebstahl erfassen (Anzeige bei der Polizei, Abmahnung des Mitarbeiters)
  • Bankeinzahlungen nach Datum der Einzahlung erfassen, nicht nach der Wertstellung
  • kein Auf- oder Abrunden, Zählprotokoll anlegen
  • Istbestand muss dem Sollbestand aus dem Kassenbuch entsprechen (Differenzen nachweisbar ausweisen)
  • Kartenzahlungen sind keine Bar-Einnahmen, bitte nicht im Kassenbericht bzw. Kassenbuch führen
  • für jede Einnahme bzw. Ausgabe muss eine einzelne Buchung vorliegen
  • tägliches Kassensturz-Protokoll mit Zählliste (Art und Anzahl der Münzen und Scheine) mit Unterschrift
  • alle Belege 10 Jahre aufbewahren

 

Ausnahme:

Einzelhändler, die Waren von geringem Wert an meist unbekannte Kunden verkaufen, müssen die Kasseneinnahmen nicht einzeln aufzeichnen, wenn der einzelne Betrag 10.000 € nicht übersteigt. Das gilt aber nur, wenn die Kunden nicht bekannt sind. Bei Verkauf bzw. Lieferungen an bekannte Kunden müssen die Einnahmen einzeln aufgeführt werden.

 

Unternehmer, die nicht bilanzieren und die Gewinnermittlung nach der Einnahme-Überschuss-Rechnung vornehmen sind nicht verpflichtet ein Kassenbuch zu führen. Der Tagesbericht muss aber vorliegen.

Quelle: Bundesministerium für Finanzen

 

  • Letzte Änderung am Mittwoch, 15 Februar 2017 17:19